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50 € im Monat. 20 Jahre. Ergebnis: rund 24.000 € – bei einer durchschnittlichen Rendite von 7 % pro Jahr sogar über 26.000 €. Kein Lottogewinn, kein Geheimwissen. Nur ein ETF-Sparplan und etwas Geduld.
Klingt zu simpel? Ist es auch. Das Problem ist nicht die Komplexität – das Problem ist, dass die meisten nie anfangen. Diese Anleitung zeigt dir in 5 Schritten, wie du deinen ersten Sparplan einrichtest. Auch wenn du noch nie eine Aktie gekauft hast.
Hinweis: Dieser Beitrag dient nur zur allgemeinen Information und ist keine Finanz- oder Anlageberatung. Mehr dazu im Disclaimer.
Das Wichtigste auf einen Blick
- ETF-Sparplan = automatisches Investieren – einmal einrichten, dann läuft er von allein
- Ab 1 € monatlich möglich, realistischer Einstieg bei 25–50 €
- Kostenlose Sparpläne bei den meisten Neobrokern (0 € Ausführungsgebühr)
- Zeitaufwand: ca. 15 Minuten für Depot + Sparplan, danach nichts mehr
- Empfohlener Anlagehorizont: mindestens 10 Jahre, besser 15–20
Was ist ein ETF-Sparplan?
Ein ETF-Sparplan ist ein automatischer Kaufauftrag. Du sagst deinem Broker: „Kauf mir jeden Monat für 50 € diesen ETF.“ Und dann passiert genau das. Jeden Monat. Ohne dass du einen Finger rühren musst.
Warum das funktioniert: Du profitierst vom Cost-Average-Effekt. Fallen die Kurse, kaufst du automatisch mehr Anteile für denselben Betrag. Steigen sie, kaufst du weniger. Über Jahre gleicht sich das aus – und du musst nicht versuchen, den „richtigen Moment“ zu erwischen. Den gibt es nämlich nicht.
Ein Beispiel: Wer seit 2004 monatlich 100 € in einen MSCI World ETF investiert hat, hatte Ende 2024 rund 52.000 € im Depot – bei 24.000 € eingezahltem Kapital. Das ist die Macht des Zinseszins über 20 Jahre.
Schritt 1: Broker wählen
Bevor du loslegen kannst, brauchst du ein Depot. Hier gibt es drei Dinge, auf die es wirklich ankommt:
- Kostenlose Sparplanausführung: Bei jedem guten Neobroker Standard – spar dir die Gebühren
- Niedriger Mindestbetrag: Ab 1 € oder 25 € – je niedriger, desto flexibler
- ETF-Auswahl: Dein Wunsch-ETF muss sparplanfähig sein
Zwei solide Optionen, die wir getestet haben:
- Trade Republic: Sparpläne ab 1 €, komplett kostenlos, sehr einfache App
- Scalable Capital: Kostenlose Sparpläne im Free-Modell, über 2.500 ETFs, plus Xetra-Zugang
Beide taugen für Einsteiger. Welcher besser zu dir passt, hängt von deinen Prioritäten ab – in unseren Erfahrungsberichten findest du die Details.
Schritt 2: Depot eröffnen
Die Zeiten von Papierformularen und Bankberater-Terminen sind vorbei. Heute läuft das so:
- App runterladen oder Website aufrufen
- Persönliche Daten eingeben (Name, Adresse, Steuer-ID)
- Identität bestätigen – per Video-Ident oder eID
- Warten: 24–48 Stunden bis das Depot freigeschaltet ist
Zeitaufwand: etwa 10–15 Minuten. Was du brauchst: Personalausweis, Steuer-ID und ein Smartphone.
Schritt 3: Den richtigen ETF wählen
Hier stocken die meisten. Zu viel Auswahl, zu viele Abkürzungen, zu viel Unsicherheit. Dabei gibt es eine simple Faustregel:
Ein breit gestreuter Welt-ETF reicht für den Anfang.
Ein MSCI World ETF investiert in rund 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern – Microsoft, Apple, Nestlé, LVMH und viele mehr. Damit bist du global diversifiziert, ohne dir über einzelne Aktien den Kopf zu zerbrechen.
Drei beliebte ETFs für Einsteiger
| ETF | WKN | TER (jährl. Kosten) | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| iShares Core MSCI World | A0RPWH | 0,20 % | Der Klassiker, thesaurierend |
| Vanguard FTSE All-World | A2PKXG | 0,22 % | Inkl. Schwellenländer, thesaurierend |
| SPDR MSCI ACWI IMI | A1JJTD | 0,17 % | Breiteste Streuung (ca. 9.000 Titel) |
Worauf du achten solltest: Die TER (Total Expense Ratio) zeigt die jährlichen Kosten. Unter 0,25 % ist gut. Außerdem: Wähle einen thesaurierenden ETF – der reinvestiert Dividenden automatisch, was den Zinseszins-Effekt maximiert.
Schritt 4: Sparplan einrichten
Jetzt wird’s ernst – und gleichzeitig überraschend simpel. In deiner Broker-App:
- Suche deinen ETF (z.B. über WKN oder Name)
- Tippe auf „Sparplan erstellen“
- Lege den Betrag fest: 25 €, 50 €, 100 € – was in dein Budget passt
- Wähle das Intervall: monatlich ist Standard und meistens am sinnvollsten
- Wähle den Ausführungstag: am besten ein paar Tage nach Gehaltseingang
- Bestätigen. Fertig.
Das hat keine 5 Minuten gedauert. Ab jetzt investierst du automatisch – jeden Monat, ohne daran zu denken.
Schritt 5: Geld bereitstellen und laufen lassen
Damit der Sparplan ausgeführt wird, muss Geld auf dem Verrechnungskonto liegen. Richte einen Dauerauftrag von deinem Girokonto ein – gleicher Betrag, gleicher Tag, jeden Monat. So läuft alles vollautomatisch.
Und dann? Nichts. Lass den Sparplan arbeiten. Schau nicht jeden Tag ins Depot. Einmal im Quartal reicht. Die größte Gefahr ist nicht ein Kurseinbruch – sondern dass du in Panik verkaufst.
Was dein Sparplan in 10, 20 und 30 Jahren bringen kann
Angenommen du investierst monatlich 100 € bei einer durchschnittlichen Rendite von 7 % pro Jahr (historischer Durchschnitt des MSCI World):
| Zeitraum | Eingezahlt | Wert bei 7 % p.a. |
|---|---|---|
| 10 Jahre | 12.000 € | ~17.300 € |
| 20 Jahre | 24.000 € | ~52.000 € |
| 30 Jahre | 36.000 € | ~122.000 € |
Die Zahlen zeigen: Die ersten Jahre fühlen sich langsam an. Aber ab Jahr 15–20 explodiert der Zinseszins-Effekt. Deshalb ist früh anfangen wichtiger als viel einzahlen.
Häufige Fehler, die du vermeiden solltest
- Zu lange warten: Den perfekten Einstiegszeitpunkt gibt es nicht. Jeder Monat, den du wartest, ist verlorene Zeit für den Zinseszins.
- In Panik verkaufen: Märkte fallen. Das gehört dazu. Wer 2020 im Corona-Crash verkauft hat, hat die anschließende Erholung verpasst.
- Zu kompliziert denken: Ein ETF reicht. Du brauchst keine 5 verschiedenen Fonds, kein Gold, kein Krypto und keine Emerging-Markets-Beimischung – zumindest nicht am Anfang.
- Sparplan-Hopping: Jeden Monat den ETF wechseln bringt nichts. Such dir einen aus und bleib dabei.
Häufige Fragen
Wie viel Geld brauche ich zum Starten?
Theoretisch 1 €. Realistisch sind 25–50 € pro Monat ein guter Anfang. Wichtiger als die Höhe: die Regelmäßigkeit. Lieber 25 € jeden Monat als einmal 500 € und dann nie wieder.
Was passiert, wenn der Markt crasht?
Nichts – solange du nicht verkaufst. Ein Crash bedeutet: Du kaufst im nächsten Monat mehr Anteile für denselben Betrag. Historisch haben sich alle großen Crashs wieder erholt. Der MSCI World hat seit 1970 noch keine 15-Jahres-Periode mit Verlust gehabt.
Muss ich mich um Steuern kümmern?
Kaum. Dein Broker führt die Abgeltungssteuer (25 % + Soli) automatisch ab. Einzige Aufgabe: Richte deinen Freistellungsauftrag ein. 1.000 € Freibetrag pro Person, 2.000 € für Ehepaare (Stand 2026). Damit bleiben Gewinne bis zu dieser Grenze steuerfrei.
Kann ich den Sparplan jederzeit ändern oder stoppen?
Ja. Betrag anpassen, pausieren oder komplett stoppen – jederzeit möglich, ohne Kosten. Das ist einer der großen Vorteile gegenüber starren Versicherungsprodukten.
Fazit: Einfach anfangen
Ein ETF-Sparplan ist kein Geheimtipp und kein kompliziertes Finanzprodukt. Es ist die wahrscheinlich einfachste Art, langfristig Vermögen aufzubauen. 15 Minuten Einrichtung, dann läuft er von allein.
Du brauchst keinen Bankberater, kein Börsen-Wissen und kein großes Startkapital. Du brauchst nur einen Broker, einen ETF und den Mut, anzufangen. Der Rest ist Zeit und Zinseszins.