ETF-Sparplan Vergleich 2026: Trade Republic vs. Scalable Capital vs. ING

Du willst einen ETF-Sparplan starten und stehst vor der Frage: Welcher Broker soll es sein? Dieser ETF-Sparplan Vergleich nimmt Trade Republic, Scalable Capital und ING unter die Lupe — drei der beliebtesten Optionen in Deutschland. Die Unterschiede stecken im Detail: Kosten, Sparplan-Auswahl, Bedienung, Zinsen aufs Guthaben — all das entscheidet, ob du dauerhaft zufrieden bist oder nach drei Monaten wechselst.

Genau diese Details schauen wir uns hier an. Kein Ranking nach Bauchgefühl, sondern ein Vergleich mit konkreten Zahlen — Stand März 2026.

Hinweis: Dieser Beitrag dient nur zur allgemeinen Information und ist keine Finanz- oder Anlageberatung. Mehr dazu im Disclaimer.

ETF-Sparplan Vergleich: Die drei Broker im Kurzporträt

Bevor wir ins Detail gehen, kurz die Eckdaten.

Trade Republic ist ein Neobroker mit Sitz in Berlin, gegründet 2015. Die App ist minimalistisch, der Fokus liegt auf einfachem mobilen Investieren. Seit 2024 hat Trade Republic eine Vollbanklizenz und bietet auch ein Girokonto mit Debitkarte an. Unsere ausführlichen Trade Republic Erfahrungen findest du hier.

Scalable Capital startete 2014 als Robo-Advisor in München und bietet seit 2020 auch einen eigenen Broker an. Es gibt einen kostenlosen Free-Tarif und ein Prime+-Abo für 4,99 €/Monat mit Flatrate-Trading. Unsere Scalable Capital Erfahrungen haben wir hier zusammengefasst.

ING (ehemals ING-DiBa) ist die größte Direktbank Deutschlands mit über 9 Millionen Kunden. Kein Neobroker, sondern eine etablierte Bank mit Girokonto, Tagesgeld, Baufinanzierung — und eben auch einem Wertpapierdepot.

Kosten im Vergleich: Sparplan-Gebühren, Orders und Depotführung

Depotführung

Hier gibt es nichts zu diskutieren: Alle drei Broker bieten kostenlose Depotführung. Keine Grundgebühr, keine Mindesteinlage, keine versteckten Kontokosten. Das war vor zehn Jahren noch anders — heute ist es Standard.

ETF-Sparplan-Kosten

Trade Republic: 0,00 € pro Sparplan-Ausführung. Keine Gebühren, kein Haken. Egal welcher ETF, egal welche Sparrate.

Scalable Capital: Ebenfalls 0,00 € pro Sparplan-Ausführung — im Free-Tarif und im Prime+-Abo gleichermaßen.

ING: Auch 0,00 € für ETF-Sparpläne. Die ING hat die Sparplan-Kosten 2021 abgeschafft und seitdem nicht wieder eingeführt.

Ergebnis: Gleichstand. Bei allen drei Anbietern zahlst du für die Ausführung deines ETF-Sparplans keinen Cent.

Einzelkauf-Gebühren (Einmalanlage)

Wer nicht nur besparen, sondern auch mal eine größere Summe auf einmal investieren will, muss genauer hinschauen.

Trade Republic: 1,00 € pro Order, unabhängig vom Volumen. Ob du für 500 € oder 50.000 € kaufst — es bleibt bei einem Euro.

Scalable Capital (Free): 0,99 € pro Order über gettex. Über Xetra fallen 3,99 € + 0,01 % (min. 1,50 €) an.

Scalable Capital (Prime+): Alle Orders ab 250 € über gettex sind kostenlos. Das Abo kostet 4,99 €/Monat bzw. 59,88 €/Jahr.

ING: 4,90 € Grundgebühr + 0,25 % des Ordervolumens (min. 4,90 €, max. 69,90 €). Bei einer Order über 1.000 € zahlst du also 7,40 €. Das ist ein anderes Preisniveau.

Für Sparplan-Nutzer spielt das keine große Rolle. Aber wenn du mal eine Einmalanlage von 5.000 € tätigen willst, zahlst du bei Trade Republic 1 €, bei Scalable (Free) 0,99 € — und bei der ING 17,40 €.

Sparplan-Auswahl: Wie viele ETFs kannst du besparen?

Trade Republic: Über 2.700 ETF-Sparpläne, dazu rund 3.800 Aktien-Sparpläne. Die Auswahl deckt alle gängigen Indizes ab — MSCI World, FTSE All-World, S&P 500, DAX, Emerging Markets. Auch Nischen-ETFs für Themen wie Clean Energy oder Halbleiter sind dabei.

Scalable Capital: Ebenfalls über 2.700 ETF-Sparpläne und mehr als 4.500 Aktien-Sparpläne. Zusätzlich bietet Scalable rund 3.800 Investmentfonds ohne Ausgabeaufschlag — ein Alleinstellungsmerkmal unter den Neobrokern. Falls du also auch klassische Fonds besparen willst, ist das hier möglich.

ING: Rund 1.100 sparplanfähige ETFs und etwa 650 Aktien-Sparpläne. Deutlich weniger als bei den Neobrokern, aber die wichtigsten ETFs (iShares Core MSCI World, Vanguard FTSE All-World, Xtrackers MSCI World) sind alle dabei. Wer einen Standard-Sparplan auf einen Welt-ETF will, wird auch bei der ING fündig.

Sparplan-Intervalle und Ausführung

Trade Republic: Wöchentlich, zweiwöchentlich, monatlich oder quartalsweise. Mehrere Ausführungszeitpunkte am Tag möglich. Minimale Sparrate: 1 €.

Scalable Capital: Monatlich, zweimonatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich. Kein wöchentliches Intervall. Ausführung einmal täglich. Minimale Sparrate: 1 €.

ING: Monatlich oder zweimonatlich, Ausführung zum 1., 7., 15. oder 23. eines Monats. Minimale Sparrate: 1 €.

Wer ganz flexibel besparen will, hat bei Trade Republic die meisten Optionen. Für die meisten Anleger reicht aber ein monatlicher Sparplan — und den gibt es überall.

Zinsen aufs Guthaben: Ein wichtiger Nebenschauplatz

Seit 2023 zahlen alle drei Anbieter Zinsen auf nicht investiertes Geld. Die Zinssätze haben sich seit dem Höchststand 2024 allerdings deutlich nach unten bewegt — parallel zur EZB-Zinspolitik.

Trade Republic: 2,00 % p.a. auf das gesamte Guthaben, keine Obergrenze. Monatliche Auszahlung. Einfach und transparent.

Scalable Capital: 2,50 % p.a. auf dem neuen Tagesgeldkonto (seit März 2026). Die Zinsen gibt es nur auf dem separaten Tagesgeldkonto, nicht mehr auf dem alten Verrechnungskonto. Prime+-Kunden profitieren von Einlagensicherung über fünf Partnerbanken bis 500.000 €. Der aktuelle Zinssatz liegt 0,50 Prozentpunkte über dem EZB-Einlagenfazilitätszins — das ist vermutlich subventioniert und wird sich irgendwann anpassen.

ING: 1,25 % p.a. auf dem Extra-Konto (Tagesgeld). Für Neukunden gibt es gelegentlich Aktionszinsen von bis zu 3,3 % für die ersten vier Monate. Die regulären Zinsen sind aber deutlich niedriger als bei den Neobrokern.

Für Geld, das du kurzfristig parken willst, bevor du es investierst, sind die Zinsen ein netter Bonus. Als Hauptgrund für die Broker-Wahl sollten sie aber nicht dienen — die Sätze ändern sich regelmäßig.

Bedienung und Plattform

Trade Republic

Mobile-first. Die App ist übersichtlich, schnell und auf das Wesentliche reduziert. Es gibt auch eine Web-Version, die aber eher lieblos wirkt — ein portiertes Abbild der App, ohne eigene Desktop-Vorteile. Wer alles am Smartphone erledigen will, fühlt sich hier wohl. Wer gerne am Laptop mit mehreren Tabs arbeitet, wird sich eingeschränkt fühlen.

Scalable Capital

App und Web-Oberfläche sind gleichwertig. Die Desktop-Version wirkt professioneller als bei Trade Republic. Features wie eine Watchlist, Portfolio-Analyse und Screener sind eingebaut. Für Anleger, die auch mal recherchieren und vergleichen wollen — nicht nur kaufen — bietet Scalable mehr Werkzeuge.

ING

Klassisches Online-Banking mit Depot-Integration. Die Oberfläche ist funktional, aber nicht modern. Dafür bekommst du alles unter einem Dach: Girokonto, Tagesgeld, Kredit und Depot in einer App. Wenn du bereits ING-Kunde bist, ist die Integration ein echter Pluspunkt. Die App ist zuverlässig, aber nicht so schnell und intuitiv wie die Neobroker-Apps.

Sicherheit und Regulierung

Alle drei Broker unterliegen der deutschen Finanzaufsicht (BaFin).

Trade Republic hat seit 2024 eine Vollbanklizenz. Dein Geld liegt direkt bei Trade Republic und ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € geschützt. Deine ETFs und Aktien sind als Sondervermögen ohnehin von einer Insolvenz nicht betroffen.

Scalable Capital arbeitet mit Partnerbanken (u.a. Baader Bank). Die Einlagensicherung greift über diese Banken. Im Prime+-Tarif wird das Guthaben auf bis zu fünf Partnerbanken verteilt — das erhöht die Absicherung auf bis zu 500.000 €.

ING ist eine Vollbank mit deutscher Banklizenz und Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Die Absicherung pro Kunde liegt bei mehreren Millionen Euro — deutlich über dem gesetzlichen Minimum.

In puncto Sicherheit musst du dir bei keinem der drei Anbieter Sorgen machen.

Steuern: Automatische Abgeltungssteuer?

Alle drei Broker führen die Abgeltungssteuer (25 % + Soli + ggf. Kirchensteuer) automatisch ab. Du kannst bei jedem Anbieter einen Freistellungsauftrag hinterlegen — aktuell 1.000 € pro Person (2.000 € für Ehepaare). Solange deine Kapitalerträge darunterliegen, zahlst du keine Steuer.

Ein Vorteil bei thesaurierenden ETFs: Die Vorabpauschale wird automatisch berücksichtigt. Du musst dich um nichts kümmern — bei keinem der drei Broker.

Für wen eignet sich welcher Broker?

Trade Republic passt zu dir, wenn:

  • Du alles am Smartphone erledigen willst
  • Dir ein einfacher, günstiger Sparplan reicht
  • Du die maximale Flexibilität bei Sparplan-Intervallen willst (wöchentlich möglich)
  • Du auch das Girokonto und die Debitkarte nutzen möchtest
  • Dir 2,00 % Zinsen aufs Guthaben ausreichen
Scalable Capital passt zu dir, wenn:

  • Du auch am Desktop bequem handeln willst
  • Du gelegentlich aktiv tradest und vom Prime+-Abo profitieren kannst
  • Dir der Zugang zu Xetra als Handelsplatz wichtig ist
  • Du auch klassische Investmentfonds besparen möchtest
  • Du den aktuell höchsten Zinssatz mitnehmen willst (2,50 %)
ING passt zu dir, wenn:

  • Du alles bei einer Bank haben willst — Girokonto, Tagesgeld, Kredit, Depot
  • Dir ein telefonischer Kundenservice wichtig ist
  • Du bereits ING-Kunde bist und kein zweites Konto eröffnen willst
  • Dir eine geringere ETF-Auswahl ausreicht (die wichtigsten sind dabei)
  • Du bereit bist, bei Einzelkäufen höhere Gebühren zu zahlen

Vergleichstabelle: Trade Republic vs. Scalable Capital vs. ING

Kriterium Trade Republic Scalable Capital ING
Depotgebühr 0 € 0 € 0 €
Sparplan-Kosten 0 € 0 € 0 €
Ordergebühr (Einzelkauf) 1,00 € 0,99 € (Free) / 0 € ab 250 € (Prime+) 4,90 € + 0,25 %
Sparplanfähige ETFs 2.700+ 2.700+ ~1.100
Min. Sparrate 1 € 1 € 1 €
Sparplan-Intervalle Wöchentl. bis quartalsw. Monatl. bis jährlich Monatl. / zweimonatl.
Zinsen aufs Guthaben 2,00 % p.a. 2,50 % p.a. 1,25 % p.a.
Handelsplätze LS Exchange gettex, Xetra, EIX Alle dt. Börsen
Regulierung BaFin (Vollbank) BaFin (Partnerbanken) BaFin (Vollbank)

Was passiert mit dem PFOF-Verbot ab Juli 2026?

Ein Thema, das viele Anleger beschäftigt: Ab dem 1. Juli 2026 tritt das EU-weite Verbot von Payment for Order Flow (PFOF) in Kraft. Neobroker wie Trade Republic und Scalable Capital haben bisher einen Teil ihrer Einnahmen über Rückvergütungen von Handelsplätzen erzielt.

Was bedeutet das für dich? Möglicherweise werden Ordergebühren leicht steigen oder neue Gebührenmodelle eingeführt. Trade Republic hat bereits angekündigt, sein Modell anzupassen. Scalable Capital mit dem Zugang zu Xetra ist hier etwas besser aufgestellt, da Xetra unabhängig von PFOF funktioniert.

Die ING ist davon weniger betroffen, da sie ohnehin über klassische Gebührenmodelle arbeitet.

Stand März 2026 gibt es noch keine konkreten Preisänderungen — aber es lohnt sich, die Entwicklung im Auge zu behalten.

Fazit: Welcher ETF-Sparplan Vergleich gewinnt?

Die ehrliche Antwort: Es gibt keinen eindeutigen Gewinner. Alle drei Broker bieten kostenlose ETF-Sparpläne, alle sind sicher reguliert, und alle decken die gängigsten ETFs ab.

Wenn du einen günstigen, unkomplizierten Sparplan willst und alles mobil erledigst → Trade Republic.

Wenn du mehr Flexibilität beim Trading brauchst und auch Fonds oder Xetra-Zugang willst → Scalable Capital.

Wenn du alles aus einer Hand haben willst und bereit bist, bei Einzelkäufen mehr zu zahlen → ING.

Der wichtigste Tipp: Wähle einen Broker, richte deinen Sparplan ein und lass ihn laufen. Die Broker-Wahl ist weniger entscheidend als die Entscheidung, überhaupt anzufangen. Wie du deinen ersten ETF-Sparplan Schritt für Schritt einrichtest, zeigen wir dir hier.

Du bist bereit loszulegen? Bei Trade Republic oder Scalable Capital ist dein Depot in wenigen Minuten eröffnet — kostenlos und ohne Papierkram.

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